Verbale Gewalt

Wenn man den Begriff "Gewalt" hört, hat man Bilder vor Augen, in denen geschlagen, getreten und auf andere Weise körperlich verletzt wird. Doch jeder weiß vermutlich, dass man jemanden auch mit Worten verletzen kann. In diesem Fall spricht man von verbaler Gewalt.

Fakten

Jede Generation von Jugendlichen hat ihre eigene Sprache. Erwachsene tun sich oft schwer, diese Sprache zu verstehen und die Begriffe, die hierbei verwendet werden, richtig einzuordnen. In erster Linie wird oft versucht, besonders witzig rüberzukommen. Die Frage ist aber, wann die Grenze erreicht oder überschritten ist. Auch hier gilt der Grundsatz: "Was Gewalt ist, entscheidet das Opfer, nicht der Täter!"

Die Grenze zwischen Spaß und Gewalt ist eindeutig dann überschritten, wenn die Sprache dazu verwendet wird, andere zu beleidigen, zu demütigen oder auszugrenzen. Auch bei Mobbing spielt die verbale Gewalt eine große Rolle, da sie dazu dient, die Opfer lächerlich zu machen und sie vor anderen bloßzustellen.

Während eine offensichtliche Beleidigung strafbar ist und zu einer Anzeige führen kann, muss dies bei verbaler Gewalt nicht automatisch der Fall sein. Doch für die Betroffenen kann sie genauso verletzend sein, vor allem dann, wenn sie sich ständig wiederholt.

Betroffene und Beteiligte

Hier stellt sich die Frage, was du eigentlich bezwecken möchtest, wenn du andere verbal "niedermachst". Klar, man steht vor den anderen der Clique super da, wenn man wieder mal einen besonders coolen Spruch gebracht hat. Besonders gerne macht man das mit denen, die sich nicht richtig wehren können.

Du solltest aber mal versuchen, dich in die Situation des anderen hineinzuversetzen und du wirst schnell erkennen, was es bedeutet, permanent das Opfer zu sein. Und denke immer daran: "Spaß ist, wenn alle darüber lachen können!" 

Vielleicht merkst du, wenn du das liest, dass es bei dir ähnlich ist, du bisher aber geglaubt hast, dass das eben so ist unter Jugendlichen. Doch keiner muss sich Dinge anhören, die er nicht hören will. Sage es den anderen, wenn sie dir gegenüber Begriffe verwenden, die dir nicht gefallen. Je länger du dir das gefallen lässt, umso "normaler" wird es für die Täter. Wende dich an die, denen du vertraust und sage ihnen, dass du das nicht möchtest. Oftmals ist es den Tätern gar nicht bewusst, was sie mit ihrem Verhalten bewirken. Deshalb ist es wichtig, sich zu wehren.

Bekommen du und deine Freunde immer wieder mit, dass andere Jugendliche mit Ausdrücken oder Aussagen konfrontiert werden, die zwar für die Umstehenden lustig sind, die Betroffenen aber darunter leiden? Dann zeigt den Tätern, dass ihr das nicht gut findet, indem ihr sagt, dass sie die anderen in Ruhe lassen sollen. Meist sind diejenigen die Opfer, die sich selbst nicht wehren können. Helft ihnen!

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