
Züge – KEIN Abenteuerspielplatz
Nicht jeder Ort ist für die Freizeitgestaltung geeignet. Gleisanlagen gehören auf keinen Fall dazu! Ob Leichtsinn, die Suche nach Nervenkitzel oder Langeweile – auf Bahnanlagen kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Kinder und Jugendliche unterschätzen aus Ungewissheit oder Übermut die Gefahren an Gleisanlagen oder Orten, an denen Züge abgestellt werden.
Wichtige Fakten
Bahn-Oberleitungen werden mit einer Spannung von 15.000 Volt betrieben – ein Stromschlag ist tödlich. Schon bei einem Abstand von weniger als 1,5 Metern kann der Strom wie ein Blitz auf den Menschen überspringen. Auch Drachen, Luftballons, Drohnen oder Flieger dürfen in der Nähe von Bahn-Oberleitungen nicht benutzt werden. In Hamburg und Berlin stellen auch am Boden befindliche stromleitende Schienen der S-Bahn eine Gefahr dar.
Abbildung: Vorsicht, Strom! (Quelle: DB AG)
Abbildung: Klettern verboten! (Quelle: DB AG)
Neben Bahnübergängen und Unterführungen gibt es viele Bahnüberführungen, um die Gleise sicher zu überqueren. Gefährlich wird es, wenn man auf der Überführung mit einem Stock oder Ähnlichem in der Nähe der Oberleitung kommt oder sie sogar berührt – sei es absichtlich oder aus Unachtsamkeit. Auch das Hantieren mit Flüssigkeiten auf der Überführung ist gefährlich. Gegenstände und Flüssigkeiten (Wasser, Getränke, Urin), die zu nah an die Oberleitung kommen, leiten Strom und können einen Spannungsüberschlag verursachen. Zur Bahn-Oberleitung ist immer ausreichend Abstand zu halten!
Trainsurfen bedeutet, dass Personen außen an fahrenden Zügen mitfahren – z. B. am Kupplungsbereich zwischen den Waggons, auf dem Trittbrett vor der Tür oder sogar auf dem Dach. Oft für ein Video oder Foto, um Likes oder Klicks zu erhalten. Es mag cool wirken, ist jedoch hochgefährlich, verboten und oft tödlich.
Die Bahn-Oberleitungen über den Zügen führen bis zu 15.000 Volt. Es besteht Lebensgefahr! Bereits die Nähe zu den Bahn-Oberleitungen, z. B. durch das Klettern auf einen Waggon, genügt, um einen Stromüberschlag auszulösen, der auf einem lichtbogen über den Körper zur Erde gelangt. Die Bahn-Oberleitung muss hierfür nicht berührt werden.
Bei fahrenden Zügen mit 60, 80 oder mehr Stundenkilometern reicht zudem eine kleine Bewegung, um abzustürzen. Ein Sturz ins Gleisbett oder ein Zusammenprall mit einer Brücke, einem Brückenpfeiler oder Signalmasten endet fast immer mit schweren Verletzungen oder tödlich. Aufgrund des langen Bremswegs können Züge nicht plötzlich anhalten. Viele Jugendliche werden beim Trainsurfen durch Strom, Stürze oder Kollisionen jedes Jahr lebensgefährlich verletzt.
Eure Fragen zum Thema (FAQ)
Die Bundespolizei nimmt Trainsurfen sehr ernst. Mit diesen Konsequenzen musst du rechnen:
- Strafanzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr (§ 315a StGB), der mit einer Freiheitsstrafe zwischen 6 Monaten und 10 Jahren Haft bestraft werden kann.
- Zur Beweissicherung die Sicherstellung deines Handys.
Die Bahnerdung muss nach einem Stromüberschlag durchgeführt werden und ist wie ein „Sicherheits-Kurzschluss“, der die Bahnstrecke spannungsfrei macht, um Menschen vor Gefahr zu schützen. Dabei stellt ein fachlich unterwiesener Bahnmitarbeiter eine Verbindung mit einem Kabel her, das an das Gleis geschraubt und mit der Oberleitung verbunden wird. Dadurch wird die Bahnstrecke spannungsfrei gemacht und der Stromkreis kurzgeschlossen, damit nichts passieren kann, wenn sich jemand der Bahnstrecke nähert.





